Streuobst in der Kulturlandschaft

 

Leitfaden zur Anlage und Pflege von Streuobstwiesen

 

Der Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg e.V., Klopstockstraße 6, 70193 Stuttgart, hat in Zusammenarbeit mit der „Arbeitsgruppe Streuobst“, einen
„Leitfaden für Anlage und Pflege von Streuobstwiesen“ herausgebracht. Er wird
nachstehend – auszugsweise – wiedergegeben, da dieses Thema für unsere Obst- und Gartenbauvereine im Landkreis Tübingen von hoher Bedeutung ist. Ausgedehnte und teilweise gut gepflegte Hochstammbestände stellen ein wertvolles Kulturgut dar und sind für unser heimisches Landschaftsbild unersetzlich.

 

Das Heft mit Volltext kann beim Landesverband angefordert werden – für Mitglieder der örtlichen Vereine zu 1,50 €, Nichtmitglieder zahlen 2,00 €. Bestellungen per FAX: 0711/63 82 99 oder

E-mail: logl.bw@t-online-de.

 

 

I. Baumpflege

 

Pflanzung

 

1. Standort

 

Der Streuobstbau wird wie bisher seine Schwerpunkte am ehesten dort haben, wo keine wirtschaftlicheren Nutzungsalternativen bestehen. Das trifft insbesondere für viele Hanglagen sowie für schwer zu bearbeitende Böden auf Geländerippen, Kuppen und Hangschultern in klimatisch geeigneten Gebieten zu, ausgenommen extrem steile Hänge sowie nasse oder sehr trockene Böden. Bei der Suche nach geeigneten Standorten empfiehlt sich eine Orientierung an vorhandenen Streuobstbeständen. In kühlen Hochlagen sollten nur noch Sorten gepflanzt werden, die sich unter solchen Bedingungen nachweislich bewährt haben (siehe Sortenliste). Desgleichen kommen für spätfrostgefährdete Tallagen nur frostharte und spätblühende Sorten in Betracht, auf keinen Fall empfindliche Arten wie Süßkirsche oder Walnuss. Besonders an sonnigen Südhängen ist auf eine gute Bewässerung in den Anfangsjahren einer Pflanzung zu achten und das Weißeln der Stämme empfehlenswert.

 

2. Herkunft der Pflanzen

 

Die Pflanzen sollten möglichst von BdB-Markenbaumschulen bezogen werden, die in Regionen liegen, die dem Pflanzstandort hinsichtlich Bodenverhältnissen und Klima vergleichbar sind.

 

3. Qualität

 

Nach den BdB-Gütebestimmungen für Baumschulpflanzen gilt für Hochstämme:

Þ   Stammhöhe 1,60 – 1,80 m. Für Wiesen, die mit größeren Traktoren bewirtschaftet werden, ist eine Stammhöhe von 1,80 m sinnvoll.

In manchen Regionen ist es jedoch üblich, dass in Streuobstwiesen auch niedrigere Baumformen auf starkwachsenden Unterlagen verwendet werden.

Die Pflanzware sollte mindestens vier gut ausgebildete und gleichmäßig verteilte Triebe, eine gerade Stammverlängerung und ein Wurzelwerk mit hohem Feinwurzelanteil aufweisen.

4. Sorte

 

Im extensiven Streuobstanbau sollten Sorten bevorzugt werden, für die folgende Eigenschaften zutreffen:

·        mittelstark bis starkwachsend

·        wenig anfällig gegenüber Krankheiten und Schädlingen

·        auf starkwachsende Unterlage (Sämling) veredelt

·        interessante Verwertungseigenschaften

 

5. Zeitpunkt der Pflanzung

 

Da Obsthochstämme wurzelnackt vertrieben werden, liegen die günstigen Zeitpunkte für die Pflanzung zwischen Mitte Oktober und Ende März. Bei offenem Boden kann auch im Winter gepflanzt werden. Bei zu später Pflanzung erhöht sich der Gießaufwand erheblich und der Anwachserfolg sinkt.

Für die Pflanzung im Herbst sprechen:

·        Die Wurzeln erhalten bis zu ihrem Austrieb im Frühjahr guten Bodenkontakt und können zügig mit dem Wachstum beginnen.

·        Der Gießaufwand in der ersten Vegetationsperiode ist geringer als bei Frühjahrspflanzung.

·        Die Baumschulen haben das gesamte Sortiment verfügbar. Im Frühjahr sind besonders begehrte Sorten häufig ausverkauft.

 

Für eine Pflanzung im Frühjahr spricht:

·        Bei Aushub der Pflanzgrube im Herbst kann der Boden den Winter über ausfrieren, sodass er bis zur Pflanzung im Frühjahr feinkrümelig und locker ist.

 

6. Pflanzgrube

 

Ein gutes Wurzelwachstum in den ersten Standjahren ist entscheidend für den Erfolg einer Pflanzung. Wurzeln wachsen am besten in einem lockeren Boden. Bäume, die in diesen ersten Jahren nur wenig Neuzuwachs bilden, können später keine kräftige und stabile Krone bilden, sondern vergreisen vorzeitig. Der Pflanzgrube kommt deshalb eine entscheidende Bedeutung zu.

Für eine geeignete Pflanzgrube gilt:

·        Durchmesser 1 m, Tiefe 0,5 m

·        eine weitere Spatentiefe lockern, aber in der Grube belassen

·        feinen Oberboden getrennt lagern

·        Grassoden kompostieren und nicht wieder in die Pflanzgrube einbringen

 

7. Bodenverbesserung

 

In guten bis mittleren Böden ist keine Bodenverbesserung erforderlich. In schlechten und schweren Böden empfiehlt sich eine Zugabe von max. 30 % eines guten Mutterbodens, vollständig verrottetem Kompost und/oder Sand. Die Zugabe muss gleichmäßig mit dem Mutterboden vermischt werden.

Von der Verwendung von Torf muss dringend abgeraten werden, weil einmal ausgetrockneter Torf im Boden wie ein Schwamm wirkt und so dem Boden das Wasser entzieht.

 

8. Startdüngung

 

Die Hauptnährstoffe Phosphor (P) und Kalium (K) sind im Boden wenig beweglich. Daher ist es ratsam, diese Nährstoffe vor der Pflanzung ins Pflanzloch zu geben und gut mit dem Boden zu vermischen. Um die Düngermenge gezielt dosieren zu können, sollte vor der Pflanzung eine Bodenuntersuchung durchgeführt werden. Nach der Pflanzung hat sich eine Abdeckung der Baumscheibe mit gut verrottetem Mist bewährt.

 

9. Schutz vor Verbissschäden

 

a. Wurzel

 

Im Laufe der ersten 10 Jahre gilt die Wühlmaus als der bedeutendste Schädling an Obstbäumen. Am höchsten sind die Ausfälle bei Äpfeln, gefolgt von Birnen. Steinobst wird deutlich weniger geschädigt. Folgende Maßnahmen können die Schäden durch Wühlmäuse vermindern:

·        Einbringen von ausreichend großen Drahtkörben in die Pflanzgrube. Die Körbe sollten einen Durchmesser von mind. 0,8 m aufweisen und auch auf der Oberseite mausdicht verschlossen sein. Geeignet hierfür ist Sechseckgeflecht mit einer Maschenweite von 13 bis 20 mm. Bei kleineren Körben ist ein ungehindertes Wurzelwachstum im Laufe der ersten Standjahre nicht Gewähr leistet.

·        Mähen der Wiese im Herbst mit Entfernen des Mähgutes. Hoch stehende Wiesen dienen den Mäusen als Deckung sowie als Nistmaterial und locken sie damit an.

·        Anbringen von Sitzstangen für Greifvögel.                

·        Abfangen der Wühlmäuse mit Fallen. Das Fangen von Wühlmäusen erfordert etwas Übung. Gute Ergebnisse werden mit der schwarzen Kastenfalle von Neudorff erzielt.

 

b. Stamm und Krone

 

Der Stamm von jungen Obstbäumen ist Schäden durch Feldmaus, Hase oder Rehwild ausgesetzt. Er muss deshalb durch eine Drahthose geschützt werden. Hierfür wird bis zum Ansatz des ersten Leitastes, mindestens aber bis zu einer Höhe von 1,5 m ein Maschendraht angebracht.

Werden die Bäume auf eine Fläche gepflanzt, die beweidet werden soll, müssen die Bäume durch zusätzliche Maßnahmen geschützt werden. Im Abstand von mindestens 50 cm vom Stamm müssen drei Pfähle eingebracht werden, an denen ein stabiler Maschendraht bis zu einer Höhe von 1,6 – 1,8 m angebracht wird.

 

10. Pflanzung

 

Vor der Pflanzung wird der Pfahl auf der dem Wind zugewandten Seite gesetzt. Bei der Pflanzung ist zu beachten, dass:

·        die Veredlungsstelle eine Handbreit aus dem Boden ragt. Zu tiefes Pflanzen erschwert das Wurzelwachstum und fördert das Einwachsen (Freimachen) der Veredelung,

·        die Pflanze etwa zwei Finger breit vom Pfahl entfernt und leicht schräg (vom Pfahl weg) eingepflanzt wird,

·        der Feinboden direkt an die Wurzeln gebracht wird, um einen guten Bodenkontakt der Wurzeln zu Gewähr leisten,

·        der Boden lediglich mit dem Fußballen, nicht mit der Ferse festgetreten wird,

·        der Stamm mit dem Binden in Form einer 8 etwa 2 Fingerbreit vom Pfahl entfernt angebunden wird,

·        die Pflanze auch bei nasser Witterung mit mind. 20 l Wasser eingewässert wird, um guten Bodenkontakt der Wurzeln zu erreichen,

·        im Laufe der ersten fünf bis sieben Standjahre die Baumscheibe offen gehalten wird.

 

11. Schnitt

 

In den ersten sechs bis acht Standjahren ist ein jährlicher, fachgerechter Erziehungsschnitt erforderlich. Ungeschnittene Jungbaumkronen vergreisen häufig vorzeitig und führen damit zu einer kurzen Lebensdauer des Baumes. Ziel des Erziehungsschnittes ist es, eine stabile und tragfähige Krone mit lockerem, gleichmäßig besonntem Kronengerüst zu erhalten. Im Ertragsalter genügt es, alle zwei bis vier Jahre die Krone auszulichten und das Fruchtholz zu verjüngen. Altkronen, die jahrzehntelang nicht mehr geschnitten wurden und wenig Neutriebbildung zeigen, benötigen einen Verjüngungsschnitt, um zur Bildung von Neutrieben angeregt zu werden. Der Auslichtungsschnitt bei ungepflegten Altkronen mit noch kräftiger Neutriebbildung sollte auf mehrere Jahre verteilt werden, um eine übermäßige Neutriebentwicklung zu vermeiden.

 

 

II. Bodenpflege / Düngung

 

a. Bei Jungbäumen

 

Der Erfolg einer Pflanzung hängt entscheidend von der Neutriebbildung während der ersten Standjahre ab. Der Jungbaum muss deshalb einen guten Neuzuwachs entwickeln, um ein kräftiges Kronengerüst aufbauen zu können. Aus einem „verhockten“, schwachtriebigen Baum wird nie ein schöner, langlebiger Hochstamm entstehen können. Daher ist eine Düngung der Bäume während der Erziehungsphase (etwa bis zum 10. Standjahr) unerlässlich. Ab dem 2. Standjahr empfiehlt sich eine Düngung von 150 – 300 g organischem Mehrnährstoffdünger pro Baum. Wird verrotteter Stallmist verwendet, so ist hier die Zugabe von Hornmehl auf den Mutterboden empfehlenswert. Alternativ kann auch ein mineralischer Mehrnährstoffdünger verwendet werden, der jedoch schneller und nur für kürzere Zeit wirkt und keinen positiven Einfluss auf das Bodenleben ausübt. Dabei ist auf eine gleichmäßige Verteilung des Düngers über die ganze Baumscheibe zu achten, da eine zu hohe Konzentration in Stammnähe die jungen Bäume schädigt. Dies gilt nicht nur für mineralische, sondern auch für aggressive organische Dünger wie Hühnermist u.ä..

Begleitend hierzu ist es sinnvoll, die Baumscheibe während der ersten fünf Standjahre offen zu halten, um Wasser- und Nährstoffkonkurrenz durch den Grasbewuchs auszuschliessen. Im Sommer empfiehlt sich das Bedecken der Baumscheibe mit Grasmulch, verrottetem Stallmist oder großblättrigen Pflanzen wie Kapuzinerkresse o.ä.. Die Mulchschicht muss vor dem Winter vom Stammgrund entfernt werden, um den Mäusen weder Deckung noch Nistmaterial zu bieten.

Vorteilhaft ist bei Jungbäumen das vier- bis sechsmalige Mulchen einer Mäherbreite auf beiden Seiten der Bäume. Dadurch reduziert sich der Nährstoffentzug im Wurzelbereich, die Bäume sind auch im Mai/Juni noch zugänglich und die Verletzungsgefahr der Stämme durch Mähgeräte ist entscheidend reduziert.

 

 

 

b. Bei Ertragsbäumen

 

Da die Düngung von Ertragsbäumen stark von der Bewirtschaftungsform der Obstwiese abhängt, wird darauf in Teil V näher eingegangen.

 

 

III. Pflanzenschutz

 

Voraussetzung für die Entwicklung eines gesunden Hochstammes ist ein kräftiger, gesunder Wuchs in der Jungbaumphase. Unter den Schädlingen gilt hier neben der Wühlmaus das Augenmerk der Blattlaus. Ein starker Blattlausbefall im Frühsommer verhindert die Entwicklung kräftiger Leitäste. Es ist daher für eine gute Entwicklung des Jungbaumes unerlässlich, einige bedeutende Krankheiten/Schädlinge im Auge zu behalten und bei starkem Auftreten zu bekämpfen.

 

An vitalen Bäumen im Ertragsstadium ist im Allgemeinen kein Pflanzenschutz mehr erforderlich.      

 

 

IV. Wiesenbewirtschaftung

 

a. Mahd

 

Solange menschliche Arbeitskraft billig und Gras als Viehfutter gesucht war, stellte die Bewirtschaftung der Streuobstwiesen kein grundsätzliches Problem dar. Wer das Gras nicht im eigenen Betrieb verwenden konnte, hatte meist keine Schwierigkeiten, den Grasertrag an viehhaltende Landwirte zu verpachten. Heute ist es oft schwierig, selbst bei Zahlung eines Mähgeldes, einen Landwirt zu finden, der bereit ist, die besonders in Hanglagen mühsame Arbeit des Mähens zwischen den Baumstämmen zu übernehmen. Doch kann auf das Kurzhalten des Unterwuchses auch bei extensivster Bewirtschaftung nicht verzichtet werden, da sonst die Streuobstwiese in wenigen Jahren total verbuscht und die Gefahr besteht, dass die Wurzeln der Jungbäume geschädigt werden.

 

Angemessen ist daher eine zwei- bis dreimalige Mahd pro Jahr. Der erste Mähtermin kann zweckmäßigerweise im Frühsommer liegen, der zweite vor der herbstlichen Obsternte. Ein solcher Rhythmus entspricht am ehesten der traditionellen Nutzung.

 

b. Weide

 

Angesichts der Schwierigkeiten, die sich beim Mähen von Streuobstwiesen namentlich in Hanglagen ergeben, wird heute vielfach versucht, das Problem des Kurzhaltens des Unterwuchses durch eine Beweidung zu lösen. Die Kombination von Streuobstbeständen mit Weidenutzung ist keineswegs neu, allerdings auch nicht die Kenntnis besonderer Probleme, die dabei entstehen und die es zu beachten gilt. Sie ergeben sich aus der Einwirkung der Weidetiere sowohl auf die Bäume als auch auf den Unterwuchs. An den Bäumen selbst werden Blätter, Früchte und Zweige bis in die von den Tieren erreichbare Höhe abgefressen. Weitaus schwer wiegender sind Schäden, die durch Nagen und Scheuern an den Stämmen entstehen. Am widerstandsfähigsten sind in dieser Hinsicht Bäume mit dicker, rauer Borke wie Mostbirnen. Generell stark gefährdet sind Jungbäume, die deshalb durch standfeste und genügend große Schutzvorrichtungen gesichert werden müssen (siehe unter I.9).

V. Düngung

 

Der Düngerbedarf von Streuobstwiesen ist sehr unterschiedlich. Er kann je nach Bodenverhältnissen, Vorgeschichte sowie Art und Ziel der Bewirtschaftung niedriger, oft aber auch erheblich höher sein als in intensiv bewirtschafteten Niederstamm-Dichtpflanzungen. Dabei ist zwischen dem Bedarf der Bäume und dem der Wiesenvegetation zu unterscheiden. Für die Entwicklung der Bäume ist es wichtig, dass sie schon in jungen Jahren gut mit Nährstoffen versorgt werden. Näheres hierzu unter Punkt II. Bodenpflege/Düngung.

 

Nach der Jungkronenerziehung (ab dem 8. bis 10. Standjahr) wird auf die Düngung von Ertragsbäumen umgestellt. Sie richtet sich bezüglich der Nährstoffe Phosphor (P), Kalium (K) und Magnesium (Mg) nach den Ergebnissen der Bodenuntersuchung, wobei die gleichen Grenzwerte wie im Intensivobstbau zu Grunde gelegt werden können. Sofern die gemessenen Nährstoffgehalte über dem Soll (15 mg P2O5, 25 mg K2O, 15 mg MgO je 100 g Boden) liegen, ist keine Düngung mit diesen Nährstoffen erforderlich. Bei niedrigeren Gehalten gelten folgende Gaben als angemessen:

 

Nährstoff                  Gehalt in mg/100g Boden    Düngung in kg Reinnährstoff/ha

Phosphor (P2O5)       unter 10                                                         50

                                    10 – 15                                                           30

Kalium (K2O)             unter 15                                                                    150

                                    15 – 25                                                          80 – 100

Magnesium (MgO)   unter 10                                                         50

                                    15 – 25                                                          30

 

Bezüglich des Stickstoffes (N) wird vielfach von einem steigenden Bedarf bei zunehmenden Ernteerträgen der Obstbäume ausgegangen. Viel entscheidender als der Baumertrag ist jedoch die Frage, ob das gemähte Gras von der Wiese entfernt wird oder als Mulchmasse unter den Bäumen liegen bleibt. Denn selbst in hochproduktiven Obstanlagen enthält das innerhalb eines Jahres anfallende Mähgut ein Mehrfaches der in einer guten Obsternte enthaltenen Stickstoffmenge.

 

Die Düngergaben sollten über den gesamten Wurzelbereich der Bäume, d. h. mindestens bis zur Kronentraufe, verteilt werden. Wer außer der Obsternte auch auf einen hohen Grasertrag Wert legt, wird zusätzlich die gesamte Wiese abdüngen. Wo dies nicht der Fall ist, kann außerhalb der Kronentraufe die Düngung auch bei Grasentnahme unterbleiben, um durch dieses „Abmagern“ die Mengen des anfallenden Mähgutes zu reduzieren und die Wiesenvegetation artenreicher und bunter zu gestalten.

 

 

Verantwortlich:

Prof. Dr. Friedrich Weller, Ravensburg

Markus Zehnder, Landratsamt Zollernalbkreis

Rolf Heinzelmann, LOGL

 

 

Alle Rechte vorbehalten:

Nachdruck - auch auszugsweise-

nur mit Genehmigung des Herausgebers.

 

Stand August 2002

 

VI. Empfehlenswerte Obstsorten für den Streuobstbau

 

 

Äpfel

 

Sorte

Verwertung

Reife-

Haltbar

Besonderheiten

 

Tafel

Küche

Saft

Most

Zeit

bis

 

Jakob Fischer*

X

X

X

 

Sept

Okt

Guter Stammbildner, etwas schorf­anfällig

Gehrers Rambur*

 

 

 

X

M. Okt

Nov

Wuchs ähnelt einer Trauerweide

Martens Sämling

X

X

X

 

Sept

Nov

Großfrüchtig, sehr robust

Prinzenapfel

X

(X)

 

 

Sept

Nov

Etwas kleinfruchtig

Alkmene

X

 

 

 

E. Aug

Nov

Feinaromatisch

Rebella

X

 

X

X

M. Sept

Nov

Mehrfachresistent

Ahrista

X

 

 

 

A. Sept

Dez

Schorfresistent, mehltauanfällig

Börtlinger Weinapfel

 

 

 

X

A. Okt

Dez

Regelmäßiger Massenträger

Danziger Kant

X

X

X

X

Sept

Dez

Etwas schorfanfällig, auch für Höhenlagen

Grahams Jubiläum

 

(X)

X

X

Sept

Dez

Sehr robuster Stammbildner

Rote Sternrenette

X

X

X

 

Okt

Dez

Weihnachtsapfel

Sonnenwirtsapfel

 

X

X

(X)

E. Sept

Dez

Sehr robust, auch für Höhenlagen

Josef Musch*

X

X

X

X

Sept

Jan

Nur mittelstarker Wuchs

Ariwa

X

 

 

 

A. Okt

Febr

Schorf- und mehltauresistent

Enterprise

X

 

 

 

E. Okt

Febr

Schorf- und feuerbrandresistent

Florina

X

X

X

 

Sept

Febr

Schorfresistente Sorte

Rewena

X

 

 

X

E. Sept

Febr

Schorfresistent, allgemein robust

Riesenboiken

(X)

X

X

X

Okt

Febr

Sehr großfruchtig

Rubinola

X

(X)

 

 

Sept

Jan

Neue, schorfresistente Sorte

Bittenfelder

 

 

(X)

X

Nov

März

Hoher Säuregehalt, gut reifen lassen

Boskoop*

X

X

X

(X)

Okt

März

Frostempfindlich

Hauxapfel

 

X

X

X

Okt

März

Guter Stammbildner

Kaiser Wilhelm

X

X

X

X

Okt

März

Früchte teilw. etwas trocken

Maunzenapfel

 

 

 

X

M. Okt

März

Fettige Schale, sehr frosthart, mehltauanf.

Topaz

X

 

 

 

Sept

März

Neue, schofresistente Sorte, lausanfällig

Champagner Renette

X

 

 

X

E. Okt

April

Schorfresistent, krebsanfällig

Rh. Winterrambur*

 

(X)

X

X

Okt

April

Breite, flache Krone

Roter Bellefleur

(X)

X

X

 

Okt

April

Sehr spätblühend

Boiken

X

X

X

X

Okt

Mai

Spätblühend

Brettacher*

(X)

X

X

(X)

Okt

Mai

Schattige Früchte schmecken grasig,
sehr robust

Rh. Bohnapfel*

 

 

X

X

A. Nov

Mai

Bei guter Reife bester Mostapfel

Rh. Krummstiel

 

X

X

(X)

Okt

Mai

Überhängende Krone

Welschisner

 

X

X

X

A. Nov

Juni

Für Höhenlagen

*Triploide Sorte: benötigt andere, nicht triploide Sorte zur Bestäubung

 

 

 

 

Birnen

 

Sorte

Verwertung

Reife-

Haltbar

Besonderheiten

 

Tafel

Küche

Saft

Most

Zeit

bis

 

Petersbirne

X

 

 

 

A. Aug

M. Aug

Robust, auch für Höhenlagen

Harrow Delight

X

 

 

 

M. Aug

E. Aug

Schwachwachsend, feuerbrandresistent

Wahl´sche Schnapsbirne

 

 

X

 

A. Sept

A. Sept

Hervorragende Brennsorte

Fässlesbirne

 

X

X

X

M. Sept

M. Sept

Wertvolle Dörr- und Brennsorte

Frühe aus Trevoux

X

 

 

 

Aug

Sept

Auch für höhere Lagen

Gute Graue*

X

X

X

 

A. Sept

Sept

Schöner Landschaftsbaum, sehr robust

Karcherbirne

 

 

X

X

E. Sept

E. Sept

Jungtriebe stark hängend

Doppelte Philipps

X

X

 

 

Sept

A. Okt

Feuerbrandanfällig

Nägelesbirne

 

X

X

 

A. Sept

M. Sept

Gute Brennsorte

Palmischbirne

 

 

X

(X)

Sept

A. Okt

Gute Brennsorte, feuerbrandfest

Gellerts Butterbirne

X

X

X

 

Sept

Okt

Schöner Landschaftsbaum

Herzogin Elsa

X

X

 

 

Sept

Okt

Auch für Höhenlagen

Kirchens. Mostbirne

 

 

 

X

E. Sept

Okt

Guter Stammbildner, schöner Landschaftsbaum

Köstl. aus Charneux

X

X

X

 

Sept

Okt

Schorfanfällig, Wuchs stark mittebetont

Metzer Bratbirne

 

 

 

X

M. Okt

Okt

Sehr gesund

Wilde Eierbirne

 

 

X

X

A. Okt

Okt

Schöner Landschaftsbaum

Schw. Wasserbirne*

 

 

 

X

Okt

A. Nov

Wenig feuerbrandanfällig, gute Mostbirne

Bayr. Weinbirne

 

 

X

X

Okt

Nov

Sehr feuerbrandfest

Conference

X

X

 

 

Sept

Nov

Sehr fruchtbar

Gräfin von Paris

X

 

 

 

E. Okt

Febr

Genussreife folgernd

Joseph. von Mecheln

X

 

 

 

M. Okt

März

Wertvolle Winterbirne

Paulsbirne

 

X

 

X

E. Okt

März

Große, schöne Winterkochbirne

 

 

Süß- und Sauerkirschen

 

Sorte

Verwertung

Reifezeit

2. KW

3. KW

4. KW

4. KW

4. - 5. KW

4. - 5. KW

5. - 6. KW

6. KW

6. - 7. KW

7. - 8. KW

Besonderheiten

Burlat

Tafelkirsche

Mäßig platzfest

Teickners Schwarze

Tafelkirsche

Relativ platzfest

Dolleseppler

Tafel- und Brennkirsche

Starkwüchsig, auch für höhere Lagen

Starking Hardy Giant

Tafelkirsche

Mittlere Platzanfälligkeit

Große Schw. Knorpel

Tafel- und Einmachkirsche

Sehr alte Süßkirschsorte

Hedelfinger Riesen

 

Blüte frostanfällig

Benjaminler

Brennkirsche

Gut schüttelfähig

Kordia

Tafel- und Einmachkirsche

Sehr ertragreich, Ersatz für Hedelfinger

Karneol

Tafel- und Einmachkirsche

Sauerkirsche

Regina

Tafelkirsche

Geringe Platzanfälligkeit

 

 

Pflaumen / Zwetschgen

 

Sorte

Verwertung

 

 

Besonderheiten

 

Tafel

Küche

Brennen

Blüte

Reifezeit

 

Katinka

X

X

 

 

A. Aug

Sehr gute, neue Backsorte

Bühler Frühzwetschge

X

X

 

sfr

Aug

Sehr robust, reichtragend

Löhrspflaume

 

 

X

 

E. Aug - A. Sept

Brennpflaume

Graf Althans Reneklode

X

X

 

sst

A. Sept

Etwas fäuleanfällig, benötigt Bestäuber

Mirabelle von Nancy

X

X

X

sfr

A. Sept

Ertragssicherste Mirabelle

Victoriapflaume

X

X

 

sfr

A. Sept

Scharka- und fäuleanfällig

Wangenheims          Frühzwetschge

X

X

 

sfr

Sept.

Scharkaanfällig, schöner Landschaftsbaum

Hanita

X

X

X

Sfr

Sept.

Neue, reichtragende Sorte, benötigt guten Kronenaufbau

Hauszwetschge

X

X

X

sfr

E. Sept

Scharkaanf., Verbesserte Typen erhältlich

Zibarte

 

 

X

 

M. Sept - M. Okt

Brennpflaume

 

 

Walnuss

 

Sorte

Besonderheiten

 

 

Halle´sche Riesen

Nuss sehr hart

Lambert Filbert

Sehr ertragreich

Nr. 26

Spätaustreibend, widerstandsfähig gegen Krankheiten

Nr. 120

Ertrag spät einsetzend

Nr. 139

Mittelfrüh austreibend, kompakter Wuchs

Nr. 1247

Früh austreibend

 

 

Wildobst

 

Sorte

Verwertung

Besonderheiten

 

Tafel

Küche

Brennen

 

Speierling

 

 

X

Liebt warme Standorte, zum Mosten als Zugabe in kleinen Mengen zur Klärung, schorfanfällig

Elsbeere

 

 

X

Als Zugabe in kleinen Menge zur Klärung

Essbare Eberesche

 

X

X

Wächst aufrechter und stärker als Eberesche

Mispel

X

X

 

Zum Mosten, Verzehr erst nach Frosteinwirkung

Schwarze Maulbeere

 

 

X

(X)

Benötigt warme Standorte, Weiße Maulbeere weniger frostempfindlich, Schwarze Maulbeere hat größere und verwertbare Früchte